Behandlung und Vorbeugung

Vorsicht ist besser als Heilen

Behandlungsmöglichkeiten einer Borreliose

Das Mittel der Wahl bei einer vorliegenden Borreliose ist meist eine Kombination von Antibiotika. Diese müssen, abhängig von der Krankheitsdauer und dem Schweregrad, über mehrere Wochen hinweg eingenommen werden. Diese lange Behandlungsdauer ist notwendig, da die Borrelien nur während bestimmter Phasen, der Teilungsphasen, für die antibiotische Wirkung der Medikamente empfänglich sind. Daher kann es eine Weile dauern, bis wirklich alle Borrelien abgetötet sind. Wird das Antibiotikum zu zeitig abgesetzt oder nicht durchgängig eingenommen, durch andere Medikamente in der Wirkung gehemmt oder zu niedrig dosiert, kann es keine ausreichende Wirksamkeit aufbauen. Die Borreliose wird dann nur vorübergehend gemindert. Die Folge ist ein Rückfall.

Antibiotika genau nach ärztlicher Anweisung einnehmen

Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Sie die Antibiotika zu den festgeschriebenen Zeiten einnehmen und darauf achten, diese weder mit hemmenden Lebensmitteln – häufig sind dies Milchprodukte – noch mit anderen hemmenden Medikamenten einzunehmen. Keinesfalls sollten Sie die Therapie aus eigenem Ermessen frühzeitig abbrechen, auch wenn Sie sich besser fühlen.

Bei chronischen Verlaufsformen oder erst sehr spät erkannten Borreliosen kann die Therapie durch begleitende Maßnahmen unterstützt werden. Auch immunstärkende Mittel und Behandlungen sind bei der Therapie hilfreich.

Die Gefahr einer Borreliose

Personen mit geschwächtem Immunsystem leiden schneller und stärker

Neben den anfänglichen Symptomen der Borreliose, wie Fieber, Schmerzen und Abgeschlagenheit, können im weiteren Verlauf der Krankheit ernstere Symptome und Schäden auftreten. Vor allem bei der Neuro-Borreliose, während derer Ausbreitung das Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen wird, erscheinen immer wieder erhebliche Beeinträchtigungen und Schäden. Dazu gehören:

  • Taubheitsgefühle und Lähmungen
  • starke Schmerzen
  • chronische Entzündungen
  • Sehstörungen
  • verminderte Merk- und Konzentrationsfähigkeit
  • Störungen der Sprache, der Empfindungen und des Gangs
  • Wesensveränderungen

Vor allem Personen mit bereits geschwächtem Immunsystem leiden häufig schnell an den Symptomen der Borreliose.

Grundsätzlich gilt, je früher die Borreliose diagnostiziert wird, desto besser kann eine Borreliose behandelt werden. Umgekehrt heißt das aber auch, dass bei spätem Therapiebeginn die Prognose umso schlechter ist, da der Körper meist nicht mehr in der Lage ist, alle Schäden zu reparieren. Daher sollte eine Borreliose immer ernst genommen, schnellstmöglich und umfassend therapiert werden. Eine Borreliose kann in allen Stadien mit Antibiotika behandelt werden.

Ob die Krankheit dadurch vollständig heilbar ist, ist leider nicht bewiesen. Denn die Erfahrung zeigt: Es kommt immer häufiger zum erneuten Ausbruch. Dies kann zum einen an einer zu niedrig und zu kurz dosierten Medikation liegen, zum anderen aber auch daran, dass die Erreger im Organismus ruhen, bis das Immunsystem wieder anfällig ist. Wird die Krankheit jedoch kurz nach der Infektion erkannt und behandelt, bestehen meist gute Erfolgsaussichten.

Borreliose vorbeugen

Die wirksamste Möglichkeit ist der Schutz gegen Zecken und Zeckenstiche

  • Dazu gehört das Tragen langärmliger Kleidung, die an den Bündchen eng anliegt und so ein unbemerktes Eindringen der Zecken verhindert. In den zeckenreichen Zeiten sollten vornehmlich helle Farben getragen werden, da aus diesen die dunklen Zecken besonders schnell auffallen und entfernt werden können. Schuhe, die getragen werden, sollten geschlossen sein.
  • Nach jedem kürzerem und längerem Aufenthalt im Freien sollten Kleidung und Körper gründlich abgesucht werden. Vor allem dann, wenn Sie sich auf einer Wiese, in der Nähe von Gebüschen und Sträuchern aufgehalten oder anderweitig direkten Kontakt zu Pflanzen oder Tieren hatten. Bei der Gartenarbeit empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen.
  • Suchen Sie auch Ihre Haustiere nach jedem Freigang gründlich ab, denn auch wenn diese nicht selbst gestochen werden, da sie beispielsweise mit entsprechenden Repellents ausgestattet sind, können sie Zecken in die Wohnung tragen.
  • Zu guter Letzt ist auch die schnelle Entfernung der Zecken eine recht wirksame vorbeugende Maßnahme. Denn je kürzer die Zecke Blut saugt, desto weniger Zeit hat sie um die Borreliose auslösenden Borrelien zu übertragen.
Quelle: www.borreliose-infektionskrankheiten.de
>>> Originalartikel
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